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Lauren Wolk und Birgitt Kollmann für „Das Jahr, in dem ich lügen lernte“ ausgezeichnet

Preisverleihung 2018 im Haus der Geschichte in Bonn: Weihbischof Robert Brahm (Juryvorsitzender), Preisträgerin und Übersetzerin Birgitt Kollmann, Preisträgerin und Autorin Lauren Wolk sowie Bischof Dr. Gebhard Fürst, Vorsitzender der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz (v.li.) © Deutsche Bischofskonferenz/Oppitz

Es war ein wunderbarer Abend und ich durfte dabei sein!

 

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Savo Montalbano ermittelt: eine Stimme in der Nacht. (Una Voce di Notte) Das Phänomen Andrea Camilleri

Das Phänomen Andrea Camilleri

Zum ersten Mal kam ich 1999 mit Andrea Camilleri und seiner Figur Salvo Montalbano in Kontakt. Seine Krimis liefen im italienischen Fernsehen im ersten Teil des Abendprogramms, das regelmäßig nach 21 Uhr beginnt. Unser Italienisch war damals schon so gut, dass wir fast ohne Mühe den schönen Krimis folgen konnten und nebenbei die sizilianischen Drehorte genießen konnten.

Andrea Camilleri : Eine Stimme in der Nacht (Una Voce di Notte)
Andrea Camilleri : Eine Stimme in der Nacht

Wir wurden Montalbano-Fans wie viele Italiener auch.

Die zweite Begegnung hatte ich mit Camilleri bei Feltrinelli in Rom, als ich kurz vor unserer unweigerlichen Rückkehr nach Deutschland noch etwas Lesestoff kaufen wollte. Ich hatte die Absicht, mich mit schönen, sonnigen Geschichten aus Süditalien über eine zu befürchtende Winterdepression zu retten. Schließlich musste ich nach drei langen sonnigen Jahren im November zurück nach Deutschland ziehen. Und da standen sie. Eine lange Reihe schmaler Bücher mit jeweils einem Montalbano-Krimi. Ich war entzückt. Noch bevor in Deutschland das Genre Regionalkrimi bekannt war, konnte ich ein Stück Sizilien mit nach Hause nehmen. Aber – oh weh: Camilleri schreibt in einer eigens erfundenen Sprache, dem Vigatese.

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Eine berührende Lebensgeschichte einer Familie über drei Generationen im italienischen Apennin. Opulent einfach! So wie der Großvater der Erzählerin Schmetterlinge präpariert, so arbeitet Valentini mit Sprache. Jedes Wort scheint wohlüberlegt mit der Pinzette aus dem reichen Schatz der Worte vorsichtig herausgezogen worden zu sein.

das einfache Leben - eine italienische Familiengeschichte

Eine berührende Lebensgeschichte einer Familie über drei Generationen im italienischen Apennin.

In letzter Zeit stehen Familiengeschichten über mehrere Generationen in Italien hoch im Kurs. Elena Ferrante mit ihren vier Bänden der Neapel-Saga (2016, Suhrkamp) oder „Familienbild mit dickem Kind“ von Margerita Giacobino (2016, Kunstmann).

Maria Rosaria Valentini: Magnifica. Roman
© Dumont Maria Rosa Valentini : Magnifica

Ein besonderes Kleinod, das ebenfalls diesem Genre zugerechnet werden kann, ist das Buch „Magnifica“ von Maria Rosaria Valentini.

Auch hier erinnert sich eine weibliche Ich-Erzählerin ihrer Vorfahren und erzählt eine Geschichte von Leidenschaft, karger Arbeitswelt, Entbehrungen, Versuchungen, Liebe, Mutterschaft und Tod. Und es sind wieder die Frauen, die die Generationen zusammenhalten.

Das Buch ist außerdem eine grandiose Naturerzählung. Es spielt in einem nicht näher benannten Dorf am Ende eines abgelegenen, engen Tals im Apennin mit seinen weltberühmten Buchenwäldern.

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Eine Stadt macht "Bella Figura" und mausert sich zur Metropole

Ihr Name ist Programm: Neapolis (griechisch = neue Stadt). Seit fast 3000 Jahren behauptet sich die im Golf Partenopes gegründete Stadt, gegen alle Wirren und Katastrophen. Erfolgreich trotzt sie allen Besatzern und Herrschern.
Von der gefürchteten Durchgangsstation zu den Traumurlaubszielen der Deutschen im Süden Italiens hat sie sich zur lebendigen Großstadt mit einzigartigem Flair gemausert.
Dem "neuen" Bürgermeister Bassolino zu viel zu verdanken: Neapel ist heute eine ernst zu nehmenden Kongressstadt und touristische Metropole. Die Straßen sind sicherer geworden. Viele Kulturschätze sind heute dem Publikum zugänglich, die Parks sind herausgeputzt. Zwar ist die Camorra nicht unschädlich gemacht, aber sie wurde doch in engere Schranken verwiesen.
Anlässlich des G7-Gipfels im Jahre 1994 wollte Neapel "Bella Figura" machen - und diese ureigene italienische Schwäche erwies sich diesmal als Stärke. Was Sicherheit und Ordnung angeht, ist sie auf dem besten Weg, sich zu einer Großstadt wie jede andere zu entwickeln. Wenn das gelingt, wird sie einzigartig dastehen! Denn gepaart mit ihrer herrlichen Naturkulisse, dem stets milden Klima und dem freundlichen Wesen ihrer Einwohner (hier ist der Ärmste noch nobel und der Reichste gibt sich ganz unverbildet herzlich), sticht sie jede andere Stadt Europas aus.
Noch bleibt vieles zu verbessern, aber wer ein Gespür dafür hat, begreift, dass Neapel und Kampanien wirklich alles zu bieten haben: gute Verkehrsanbindungen, herrliches Wetter und eine touristische Schatztruhe:Geschichte, Kunst, Architektur, Religion, Archäologie, Gastronomie und natürlich Natur. So ist den wenigsten bekannt, dass in Kampanien sogar ein Dinosaurier gefunden wurde. Eine Entdeckungstour durch die Stadt beschert auf jeden Fall viele unvergessliche Augenblicke.

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