Springe zum Inhalt

Super Krimi! Nach diesem Buch wünschen sich Kinder keinen Hund mehr, sondern einen Käfer.

9783551317049Das ist Spannung pur!  M.G. Leonhard wird in England schon als die neue Rowling gefeiert. Ihr Erstling Käferkumpel ist nun von Britt Somann-Jung ins Deutsche übertragen und allen Jungen und Mädchen ab 10 Jahre wärmstens empfohlen. Ich bin ja nun schon 5 mal so alt, konnte das Buch aber nur sehr schwer zur Seite legen, wenn es das reale Leben unbedingt erforderte.

Das Muster ist bekannt und altbewährt: drei ganz unterschiedliche Kinder, zwei Jungs und ein Mädchen, lösen einen mysteriösen Fall. Der Vater des 13jährigen Darkus ist spurlos verschwunden - aus einem verschlossenen Raum im Keller des Naturhistorischen Museums, in dem eine riesige Käfersammlung aufbewahrt wird. Die Polizei steht vor einem Rätsel. Darkus muss zu seinem Onkel ziehen, da seine Mutter schon vor längerer Zeit gestorben ist. In der nun auch neuen Schule freundet er sich mit Bertolt und Virginia an. Als Darkum eines Tages ein ziemlich ungewöhnlicher Käfer zufliegt, der ihn anscheinend verstehen kann, beschließen die drei, das Rätsel um Darkums Vater zu lösen.

Es kommt zu allerlei erstaunlichen Vorfällen und Verwicklungen. Es gibt die Tölpel und die Schurken, eine mächtige böse Frau, Typ Cruella de Ville, und eine Armada an Käfern aller Art. Am Ende des atemlosen Geschehens geht natürlich alles gut aus, auch wenn es Verletzte gibt und leider ein Käfer den Tod findet. Nebenbei erfährt man viel wissenswertes über Käfer. Es gibt so gar ein Glossar mit den wichtigsten Begriffen.

Nach diesem Buch wünschen sich Kinder keinen Hund mehr, sondern einen Käfer wie Baxter, Newton oder Hepburn. Toll gemacht, wunderbar erzählt und ausgedacht. Mehr davon!

...........

Käferkumpel / M.G. Leonard. Aus dem Engl. von Britt Somann-Jung
Hamburg. : Chicken House. 2016. -  ISBN 3-551-52084-4 geb. 14,99€ (ab April 2018 auch als Taschenbuch!)

Über die Autorin

Diese Buttons sind über Shariff abgsichert. Es werden keine Daten erhoben.

Der glückliche Löwe : Mein Klassiker

einst

Zur schönen Serie #MeinKlassiker kann ich heute mal ein Bild beitragen. Meine Tochter Katharina hat sich sehr bemüht, mich heute meinem früheren Ich so weit es geht anzugleichen.

Buchvorstellungen lagen mir also schon immer. Mein heißgeliebter Klassiker ist "Der glückliche Löwe" von Louise Fatio (Autor) und Roger Duvoisin (Illustrator). Es ist das erste Buch, das überhaupt den Deutschen Jugendliteraturpreis bekommen hat. Das war 1956. Zehn Jahre später wurde es mir geschenkt. Und wieder 52 Jahre später ist es immer noch in meinem Besitz - nur ganz leicht lädiert.

IMG_20180129_192915

Und es ist natürlich immer noch zu kaufen, bei Herder.

Diese Buttons sind über Shariff abgsichert. Es werden keine Daten erhoben.

1

Als bloggende Bibliothekarin bleibt im Januar wenig Zeit für "just-for-fun"-Beschäftigungen. Kollegen, die so wie ich mit der Statistik beschäftigt sind - ich sage nur DBS, Kassenprüfung, Jahresbericht - wissen, warum da nicht viel substanzielles kommen kann. Für Nicht-Kollegen: stellt euch die Steuererklärung vor, die unbedingt zum 31. Januar fertig sein muss, aber frühestens am 1. Januar begonnen werden kann. 😉

Natürlich lese ich trotzdem. In den letzten vier Wochen habe ich genossen:

"Das Lächeln meines Vater" von David Kapitelman

Armin Jetter, Lektor beim Borromäusverein, urteilt über das Buch: "Dieses Buch ist eine ausgezeichnete, leicht lesbare Urlaubslektüre mit durchaus ernstem Hintergrund, immer wieder überraschend realistisch in der Handlung und einfach sehr gut geschrieben. Ein Buch, das man sich gerne in einer Bücherei ausleiht!"

"Der Märchenerzähler" von Antonia Michaelis

Ein Jugendbuch, das in teilweiser sehr poetischer Sprache eine realistische Jugendwelt beschreibt, in der es um Schule, Liebe, Mobbing, Drogen, Sex und Morde geht. Und dazu ein handfester Thriller, der auch Erwachsenen das Blut in den Adern gefrieren lassen kann. Leseempfehlung!

"Herz auf Eis" von Isabelle Autissier

Die war eins der fünf Lieblingsbücher der unabhängigen Buchhandlungen im Jahr 2017. Ich habe die ersten Sätze davon im Lesezelt der Frankfurter Buchmesse hören dürfen. Gelesen von Christian Brückner... 😉 Es ist wirklich ein tolles Buch. Zu recht viel besprochen und hochgelobt. Unbedingt lesen!!

"Der Trinker" von Jakob Hinrichs

Eine kraftvolle graphic novel über das Leben Hans Falladas und sein Buch "Der Trinker" . NDR Kultur urteilt:

»Rauschhafte Visionen kann Jakob Hinrichs zeichnen wie kein zweiter. Er hat aus seiner Graphic Novel ein wahres Kunstbuch gemacht. Viele der Bilder, die da in kleinen Comic-Kästchen erscheinen, könnte man groß in Galerien an die Wand hängen.« 

"Sieben Nächte" von Simon Strauss

Das Buch hat mich persönlich nicht so gepackt. Das hätte auch ein längerer Blogartikel eines fast Dreißigjährigen mit Angst vor dem Erwachsenwerden sein können. Die Todsünden waren viel zu harmlos. Viele gute Sätze, die anregen, sich mit dem Sinn des Lebens auseinander zu setzen.

Und als nächstes werde ich für meine Musik-, Biographie-, Italien-Fans das Buch

"Der Himmel über Palermo" von Constanze Neumann besprechen.

Sobald ich Zeit finde. Siehe oben.

Diese Buttons sind über Shariff abgsichert. Es werden keine Daten erhoben.

3

Gerlis Zillgens : Hipp & Hopp Endlich deckt jemand die dramatische Geschichte des Froschkönigs auf.
Hipp & Hopp retten Papa Grünsprung / Gerlis Zillgens und Katja Jäger (Der Froschkönig - was wirklich geschah ; 1)
Hipp & Hopp retten Papa Grünsprung / Gerlis Zillgens und Katja Jäger (Der Froschkönig - was wirklich geschah ; 1)

Haben Sie sich jemals gefragt, wo unser allseits bekannter Froschkönig eigentlich wirklich hergekommen ist? Hat es Sie je gekümmert, wie sein Leben bis zum verhängnisvollen Zusammentreffen mit der Königstochter verlaufen ist?

Von den Brüdern Grimm haben wir ja nur die eine Seite der Geschichte erfahren; sehr parteiisch aus der Sicht der verwöhnten Prinzessin, die auf ihre goldene Kugel nicht aufpassen konnte.

Doch von wegen "garstiger Frosch"! Jetzt wissen wir es besser. Gerlis Zillgens hat gründlich recherchiert und sich die Mühe gemacht, ein wenig Licht in die Angelegenheit zu bringen.

Hätten Sie geahnt, dass Herr Grünsprung, so der Name des Frosches, ein liebevoller, allein erziehender Vater ist? Seine Froschkinder heißen Hipp und Hopp. Hipp ist die ältere Schwester vom kleinen Hopp. Papa Grünsprung hat seine liebe Not, die beiden zu ordentlichen und vorzeigbaren Fröschen zu erziehen. Sie tanzen ihm ganz schön auf der Nase herum, aber im Grunde sind sie wirklich nette Fröschchen.

Bei einem idyllischen Picknick geschieht das Unfassbare: Papa Grünberg wird von einem Monster entführt. "Es ist so groß wie hundert Frösche aufeinander. ... Das Monster trägt eine goldene Krone, die in der Sonne glitzert." Wir wissen, was Hipp und Hopp nicht wissen können. Es handelt sich um die verwöhnte Tochter des Menschenkönigs.

Und ab jetzt wird die Geschichte wirklich spannend - da will ich nichts weiter verraten. Wie Hipp und Hopp mit Hilfe der anderen Tiere am Wasserloch, aber vor allem mit dem guten Rat der alten Fröschin Frau Quaatsch, es am Ende schaffen, ihren Papa zu befreien, ist wirklich wunderbar. Ein spannendes, atemberaubendes Abenteuer.

Gerlis Zillgens mitreißende Geschichte wird wunderschön eingerahmt von den bunten und lustigen Bildern von Katja Jäger. Man darf auf eine Fortsetzung der Abenteuer von Hipp & Hopp hoffen.

Hipp & Hopp retten Papa Grünsprung / Gerlis Zillgens. Illustrationen von Katja Jäger. - 1. Aufl. - (Der Froschkönig - was wirklich geschah ;  1). - Grevenbroich: Südpol-Verl., 2017. - 76 S. : zahlr. farb. Ill. -  (Der Froschkönig - was wirklich geschah ;  1). - ISBN 9783943086386 fest geb. : 12,90 €

Küssen verboten - Zeichnung Katja Jäger
Küssen verboten - Zeichnung Katja Jäger - Illustration aus Zillgens: Hipp & Hopp retten Papa Grünsprung

 

 

 

Diese Buttons sind über Shariff abgsichert. Es werden keine Daten erhoben.

1

logo-header-bigAufmerksam geworden durch einen Beitrag des Deutschlandfunks vom 14. Oktober im Studio 9, habe ich mir mal das Angebot von LivingKidsBooks angeschaut. Hier kann man sich nach einer wirklich kurzen (60 seconds) kostenlosen Registrierung Bilderbücher vorlesen lassen. Dabei sieht man das betreffende Bilderbuch, welches von zwei Händen an der richtigen Textstelle umgeblättert wird. Dies funktioniert an jedem Bildschirm, ob PC oder Tablet, im Browser. Es gibt zurzeit etwa 15 Bücher, die man sich gratis anschauen kann, für die Altersstufen 2+ bis 5+. Weitere Bücher gibt es für den Premiumaccount, der dann auch Werbefrei ist, für stolze 14,99€ im Monat.

"Der Chef von LivingKidsBooks, Claus Overbeck, sieht die Buchfilme nicht als Ersatz fürs echte Vorlesen, sondern als Ergänzung. Außerdem sei es eine reizarme Alternative zum Fernsehen, die die Fantasie anrege und auf Bücher neugierig mache." (Im Interview von Studio 9, s.o.)

Ich habe mir natürlich einmal ein Bilderbuch vorlesen lassen - ("Der Hund Schnuffel und der Floh Floh" von Klaus Gerhard Pahlke). Bei LivingKidsBooks wird es für Kinder ab 4 Jahren eingestuft. Der ganze Buchfilm, so nennt Overbeck die Form des Dargebotenen, dauert etwa 20 Minuten und ist mit viel Text und wenig Seitenwechseln sehr ruhig konzipiert. Die Stimme des Sprechers ist sehr angenehm und es wird den Kindern sicher Spaß machen, wenn er beim Floh seine Stimme verstellt.

living

Ein anderes Buch für Kinder ab zwei Jahren hat nur eine Länge von etwa 7 Minuten und es ist wiederum sehr gut von einer Frau gesprochen. ("Wirst Du mich immer liebhaben" von Catherine Leblanc) Hier halte ich es für ziemlich problematisch, wenn mit solch einem emotionalen Text ein zweijähriges Kind allein gelassen wird. Immerhin wird hier über den möglichen Tod der Mutter nachgedacht. Sicher - Overbeck argumentiert, dass es allemal besser sei, als das Kind vor den Fernseher zu setzen. Gerade hier kann ich mir solche Bücher nur in den sicheren Armen einer geliebten Bezugsperson vorstellen.

Wer wird mit einem solchen Angebot erreicht? Sind es die ohnehin bildungsbeflissenen Eltern, die auf diese Weise ihren Kindern ein attraktives Medienangebot machen können? Nach dem Motto: "Ja, du darfst ans Tablet, aber dann muss es ein gutes Bilderbuch sein." LivingKidsBooks scheint mir eine gute Möglichkeit zu sein, Kindern, die sich langweilen, schnell und unkompliziert ein pädagogisch wertvolles Angebot machen zu können. Als Dauereinrichtung für zu Hause ist es eher nichts.

Die bildungsferneren Schichten, für die es sicher ein qualitativer Zugewinn bei der Erziehung ihrer Kinder wäre, müssten wohl von KindergärtnerInnen und engagiertem Bibliothekspersonal darauf hingewiesen werden. Allerdings scheint mir dann das kostenlose Angebot der Bibliotheken mit ihren hervorragenden Bilderbüchern immer noch attraktiver als ein Bilderbuchabo für fast 15€ im Monat. Auch für den Preis, dass man dann selbst lesen muss.

Gibt es Schöneres?

Erwähnte Internetangebote:

http://www.deutschlandradiokultur.de/buchfilme-fuer-kinder-wenn-das-tablet-vorliest.2165.de.html?dram:article_id=368617

http://www.livingkidsbooks.com

Diese Buttons sind über Shariff abgsichert. Es werden keine Daten erhoben.