Ein Abend im Foyer von Bastei Lübbe in Köln. Ich war in meiner Funktion als Literatur-Bloggerin eingeladen. Da habe ich mich sehr gefreut. Frau Kessler hatte ich schon live auf der Buchmesse in Frankfurt (Blaues Sofa) erlebt mit ihrem Buch „Silicon Wahnsinn: wie ich mal mit Schatzi nach Kalifornien auswanderte“. Ich war damals schon begeistert, ich war es gestern wieder! Als „seriöse“ Bibliothekarin bin ich bei den bunten Titelbildern und Bastei nicht gerade die Zielgruppe. Gut dass Frau Dr. Kessler sich als Akademikerin auch nie von sowas wie Boulevard hat abschrecken lassen. Nach ihrem Doktor in Zahnmedizin hat sie bei der BILD die Texte zum Mädchen auf Seite Eins (Mieze) verfasst. Das…
Das große Krabbeln – Käferkumpel
Das ist Spannung pur! M.G. Leonhard wird in England schon als die neue Rowling gefeiert. Ihr Erstling Käferkumpel ist nun von Britt Somann-Jung ins Deutsche übertragen und allen Jungen und Mädchen ab 10 Jahre wärmstens empfohlen. Ich bin ja nun schon 5 mal so alt, konnte das Buch aber nur sehr schwer zur Seite legen, wenn es das reale Leben unbedingt erforderte. Das Muster ist bekannt und altbewährt: drei ganz unterschiedliche Kinder, zwei Jungs und ein Mädchen, lösen einen mysteriösen Fall. Der Vater des 13jährigen Darkus ist spurlos verschwunden – aus einem verschlossenen Raum im Keller des Naturhistorischen Museums, in dem eine riesige Käfersammlung aufbewahrt wird. Die Polizei steht vor einem Rätsel. Darkus…
Hundert Herzen – oder wie Krieg krank macht.
Seit „Eddies Bastard“ bin ich Fan von William Kowalski. Ich bin mir gar nicht so im Klaren, worin diese Faszination eigentlich besteht. Seine Themen haben eigentlich alle nichts mit meinem Alltag zu tun. Kowalski ist einfach ein wunderbarer Erzähler. Und so habe ich bei „Hundert Herzen“ gar nicht lange überlegt und einfach drauf los gelesen. Das war auch gut so. Ich hätte wohl kaum ein Buch über PTBS und Kriegsveteranen ausgewählt. Der kleine Kosmos von „Hundert Herzen“ liegt in Elysium, einer trostlosen Stadt am Rande der Moyave-Wüste ganz in der Nähe von Edwards Airforce Base in Kalifornien. Die Menschen sind alle irgendwie kaputt. Al ist verbitterter Vietnamveteran, sein 25jähriger Enkel…
Ohne Bücher ist alles nichts – oder?
Hier bloggt die Bücherei (KöB Oedekoven)! Sie werden hier vor allem Rezensionen von aktuellen Büchern finden und ab und zu auch interessante Informationen aus dem Literaturbetrieb entdecken können.
Buchtipps für den Sommer
Meine Leseempfehlung für den Sommer ist der dritte Teil der autobiographischen Trilogie von Joachim Meyerhoff „Alle Toten fliegen hoch“. Alle drei Teile sind eigenständig zu lesen. Nachdem Meyerhoff, von Beruf Schauspieler, uns im ersten Teil an seinem Schüleraustausch in Amerika teilhaben lässt, erzählt er im zweiten Teil von seiner Kindheit in einer psychiatrischen Klinik, die sein Vater leitete. Im dritten Band besucht er die Schauspielschule in München und lebt derweil bei seinen Großeltern. Herrlich dieser Kontrast zwischen dem weltfremden und unwirklichem Leben des Großbürgertums in einer Münchner Villa und den abstrusen Anforderungen an den Autor im Schauspielunterricht. Meyerhoff schafft es in einer verblüffend frischen Sprache, uns fassungslos auf der einen…