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Ohne Wenn und Abfall / Milena Glimbovski

IMG_20171011_111424 (1)Noch keine ganze Woche ist Milena Glimbovskis Buch “Ohne Wenn und Abfall” nun im Handel und hat schon 12 Kundenrezensionen auf einer großen Buchverkaufsplattform erhalten. Das ist gut so! Denn Milena, selbst erst 27 Jahre alt, hat etwas geschafft, das ich nur bewundern kann.

Wie oft hat sich jeder von uns schon über den Plastikmüll aufgeregt, der nach einem Einkauf und der Zubereitung eines schönen Essens am Ende in die Tonne wandert? Und welche Konsequenzen haben wir daraus gezogen?

Milena hat sich auch geärgert und gedacht, das müsste doch auch anders gehen. Sie hat sich nach Möglichkeiten umgesehen, ohne den vielen Verpackungsmüll leben zu können. Und weil es da nicht wirklich praktikable Lösungen gab, hat sie schon 2014 ihren eigenen Supermarkt gegründet, in dem man alles unverpackt kaufen kann.

Original Unverpackt in Berlin
Original Unverpackt in Berlin-Kreuzberg

In ihrem neuen Buch schreibt sie die ganze Geschichte von Anfang an auf: von den Höhen und Tiefen beim Gründen eines eigenen Ladens, von den Schwierigkeiten der Finanzierung und den bitteren Rückschlägen. Sie berichtet von Nachahmern in Deutschland und der ganzen Welt – und dass sie stolz darauf ist. Wer nicht mit zero waste beginnen möchte, kann dieses Buch trotzdem mit Gewinn lesen, denn es zeigt auch, welche Chancen in einem start up und crowdfunding liegen – und welche Fehler vermieden werden könnten.

Im letzten Drittel des spannend zu lesenden Erfahrungsberichts gibt Milena in ihrer frischen, jugendlichen Art Tipps zu allen Lebenslagen. Dabei lässt sie auch sehr intime Bereiche, wie Sex und Monatshygiene nicht aus. Dabei ist dieser Teil eher ein erster Anstoß – wer wirklich selber mitmachen möchte, dem empfehle ich die Websites von smarticular oder utopia.

Ich habe Milena Glimbovski bei einer Vorab-Lesung ihres Buches im Mai 2017 persönlich kennengelernt. Dies war ein einschneidendes Erlebnis für mich, denn seitdem versuche auch ich, möglichst müllfrei und vor allem ohne Plastikmüll zu leben. Es ist gar nicht so schwer, wenn man einen der immer zahlreicheren Unverpackt-Läden in der Nähe findet und sich ein wenig Gedanken macht.

Mein Mann und ich nehmen die Sache sportlich, betrachten die Vermeidung von Müll als Challenge. Das macht sogar Spaß.

Das Schöne an der Sache mit der Müllvermeidung – selbst wenn wir es nicht gleich umfassend schaffen, ohne Müll zu leben, so ist doch jedes lose gekaufte Produkt schon ein Schritt in die richtige Richtung.

Machen Sie mit!

Kleiner Tipp zur Abfallvermeidung: Milena Glimbovskis Buch gibt es auch als eBook.

Ohne Wenn und Abfall : wie ich dem Verpackungswahn entkam / Milena Glimbowski. – Köln: Kiepenheuer & Witch, 2017. – 304 S. – ISBN 9783462050196 ; 12,99 €

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Über die Autorin:

Milena Glimbovski, geboren 1990 in Sibirien, gründete im Alter von 22 Jahren »Original Unverpackt«, den bekanntesten Supermarkt ohne Einwegverpackungen. Das Crowdfunding, das die Finanzierung des Ladens ermöglichte, war ein großer Erfolg und inspirierte über 50 weitere Läden weltweit. Damit brachte die Autorin in Deutschland die »Zero Waste«-Bewegung ins Rollen. Milena Glimbovski lebt glücklich ohne Müll in Berlin-Neukölln. (Verlagstext)

 

neugierig, wissbegierig, biblioman, barfuß, zero waste, plastikfrei

11 Comments

  • Stift und Schrift

    Das ist ja ein sehr konsequentes Handeln, das Milena Glimbovski an den Tag gelegt hat bzw. legt. Hoffentlich führen die guten Verkaufszahlen ihres Buches auch zu einem Umdenken. Aber erst einmal muss sich jeder an die eigene Nase fassen und Müllvermeidung “verinnerlichen”.

  • Lesen... in vollen Zügen

    Ich bin auch seit einigen Monaten dabei, keine Plastikverpackungen mehr zu kaufen und bis auf ganz wenige Ausnahmen geht es tatsächlich überraschend gut.
    Ich betrachte es aber auch sportlich und möchte meinen Spaß nicht verlieren. Gerade mit einem Mann und zwei Söhnen, die die Sache teilweise ein bißchen argwöhnisch betrachten muss man natürlich Kompromisse machen, aber tatsächlich haben wir jetzt schon nur noch anderthalb gelbe Säcke im Monat statt vier wie früher. Und dabei haben wir noch tausend Sachen, die wir gerade aufbrauchen.

    • Erika Mager

      So geht es uns auch. Wir haben immer noch Dinge, die wir aufbrauchen. Es macht ja auch keinen Sinn, alles wegzuschmeißen. Das erhöht ja nur den Müllberg. Deshalb benutze ich auch unsere Plastikdosen solange, wie es geht. Wir haben ein Sparschwein in der Küche, wenn wir doch mal bewusst etwas kaufen, was plastikverpackt ist. Das Geld wollen wir dann für eine gute Sache im Umweltschutz spenden.

  • wortsonate

    Nur vergessen wir eins den Elektroschott. Wir kaufen regional, fair, ohne Verpackung, doch wir wollen auch immer stets neueste Smartphone, die neuesten Elektrogeräte. Ich beschäftige mich seit Jahren mit dem Thema Müllvermeidung. So neu ist das Ganze nicht, nur neu verpackt. Z.B. Hat die Agenda 21 versucht, Projekte rund um den Umweltschutz in einer Stadt zusammenzufassen. Das neueste Projekt ist Trans Fair Town, und das habe ich so meine Zweifel, wem das wohl dient. Zum Thema Elektroschrott werde ich noch was posten, weil das beschäftigt mich besonders seit seiner Veranstaltung.

    • Erika Mager

      Danke, guter Punkt. Nicht ständig das neuste kaufen und lieber erstmal reparieren gehört natürlich zum neuen Lebenstil dazu. Auch wenn Müllvermeidung kein neues Thema ist, sollten doch immer neue Anläufe gemacht werden.

  • jacquysthoughts

    Ich finde das Thema sehr interessant und vor allem wichtig und werde mich damit auf jeden Fall noch genauer befassen. Ich finde auch die Einstellung gut, dass man ja nicht von einem Tag auf den anderen gar keinen Müll mehr produzieren muss, sondern jede Änderung schon ein guter Schritt ist. Auf Dauer erzielt man damit auch schon einen Unterschied.
    Liebe Grüße!

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